Hier findet ihr ein Info-Paper rund um hochbegabten Kindern in der Schule – Es könnte z.B. im therapeutischen Kontext eingesetzt werden oder in der Beratung in der Schule.
Und hier findet ihr eine passende Leseprobe aus meinem Ratgeber:
Eine einheitliche Definition einer Hochbegabung liegt bislang nicht vor. Alle Modelle beschreiben aber gleichermaßen eine (stark) überdurchschnittliche intellektuelle Leistungsfähigkeit. Es liegen also deutlich erhöhte Denk- und Problemlösefähigkeiten vor. Als „hochbegabt“ gelten im klassischen Verständnis Menschen, die in entsprechenden Tests einen Intelligenzquotient (= IQ) von 130 und mehr erreichen. Ab einem IQ-Wert von 145 wird meist von Höchstbegabung gesprochen. Die gängigen Testverfahren werden immer wieder kritisiert, weil ihre Aussagekraft als fragwürdig gilt. Sie messen zum Beispiel nur bestimmte Teilbereiche und vor allem bei neurodivergenten Kindern haben die Umstände der Testung einen enormen Einfluss auf das Ergebnis. Zeitgemäße Testverfahren berücksichtigen dies und führen zum Beispiel Testungen in bestimmten Abstand noch einmal durch, um ein genaueres Bild zu bekommen.
Allgemeine Merkmale und häufige Verhaltensweisen:
- Überspringen von Entwicklungsphasen (z.B. kein Brabbeln, sondern direkt Worte)
- frühes Sprechen und ein schnell sehr ausdifferenzierter, großer Wortschatz
- eventuell auch sehr spätes Sprechen, aber dann zügig ganze Sätze
- besonders geringes oder besonders ausgeprägtes Schlafbedürfnis
- sehr beharrendes Nachfragen, möchte vertieft verstehen
- tiefes Eintauchen in Interessensgebiete (→ wenn durchdrungen, Wechsel zum nächsten Gebiet)
- hohe Detailwahrnehmung
- wenig Interesse an vereinfachtem Spielzeug (lieber realistisch aussehendes Fahrzeug als vereinfachter Spielzeugbagger)
- fokussierte Weiterentwicklung von sicheren, starken Fähigkeiten bei gleichzeitiger Vermeidung von Übungsfeldern (besonders häufig im Bereich der Feinmotorik)
- sehr schnelle Auffassungsgabe und schnelle Verknüpfung von Informationen
- starke Gedächtnisleistung
- Interesse am Ordnen (Automarken, Tierrassen etc.)
- hohes Konzentrationsfähigkeit bei Interesse
- Vermeidung von Routine- oder Wiederholungsaufgaben
- Hang zum Perfektionismus, kritisch mit eigenen Ergebnissen
- Empfindlichkeit gegenüber sensorischen Reizen
- eventuell motorische Unruhe
- hohes Nähebedürfnis, fordert häufig Anwesenheit eines Elternteils
- verstärke Ängste (Verlustängste, Angst vor Katastrophen)
- eventuell Vorlieben für seichte Geschichten und Erzählungen ohne Spannung
- eventuell Vorliebe für Sachbücher
- ständige Kluft zwischen den überdurchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten und dem emotionalen Alter
- häufig weniger Kontakt zu Gleichaltrigen
- in einigen Fällen Tics beobachtbar
